Geteilter Sieger beim 1. Saarlandpokal für Mannschaften in Hüttigweiler
18. August 2026
Was für ein Turnier! Neues Format, hitzige Duelle, und ein geschichtswürdiges Ende mit zwei Siegern – der 1. Saarlandpokal für Mannschaften bot wirklich alles, was das Ringerherz begehrt. Trotz tropischer Temperaturen kamen am Samstag, den 15. August, alle sieben Saarvereine, die im Ligasystem des DRB und SRV unterwegs sind, in die Illtalhalle in Hüttigweiler, um in einem Mannschaftswettkampf den ersten Champion in diesem Format auszukämpfen. Dabei wurden einige Wettkampfregeln zum normalen Saisonverlauf angepasst und abgeändert. Erstmals kämpften alle sieben Saarvereine gegeneinander, unabhängig ihrer Ligazugehörigkeit – ähnlich dem DFB-Pokal im Fußball.
Zudem standen die heimischen, saarländischen Athleten im Mittelpunkt, kein Verein durfte demnach seine 5-8 Punkteringer, die im Liga-Betrieb oft den Unterschied ausmachen, auf die Matte bringen. Dadurch wurde die Mannschaftsstärke zumindest angenähert, was attraktive Kämpfe in vielen Mannschaftsbegegnungen zur Folge hatte. Ebenfalls neu: Frauenkämpfe. Der SRV entschied sich bewusst dafür, auch seinen weiblichen Athletinnen eine Bühne zu geben und integrierte sie bei jedem Mannschaftskampf mit ein. Somit konnten auch sie einmal das Feeling von Mannschaftskämpfen selbst miterleben. Durch den Termin genau drei Wochen vor Saisonstart boten die meisten Teams auch ihre stärksten Athleten auf und konnten sich dadurch ein Bild über den aktuellen Fitnesszustand machen.
Sportlich gesehen entwickelten sich hochemotionale Entscheidungen. Im Pool A erkämpfte sich zunächst der KV Riegelsberg den ersten Platz und qualifizierte sich damit ebenso wie der Zweite AC Heusweiler für das Halbfinale. Im direkten Duell siegte Riegelsberg in einem spannenden Duell mit 16:13. Den dritten und vierten Platz dieser Gruppe belegten der KSV Fürstenhausen und der KSV St. Ingbert – hier siegte Fürstenhausen im direkten Vergleich mit 20:8. Im Pool B ging es ebenfalls zur Sache. Mit dem KSV Köllerbach und dem Gastgeber ASV Hüttigweiler standen sich die beiden Favoriten bereits in der Vorrunde gegenüber. Und bereits hier wurde sich nichts geschenkt, letztlich siegte der ASV Hüttigweiler in den entscheidenden Duellen und damit auch den Mannschaftskampf mit 13:8. Beide Vereine qualifizierten sich jedoch auch für das Halbfinale, da beide Teams sich jeweils gegen die RG Saarbrücken durchsetzten. Nichtsdestotrotz stellte auch die RG eine schlagkräftige Truppe auf die Beine, schied allerdings als Gruppen-Dritter entsprechend aus.
Somit standen sich im Halbfinale der KV Riegelsberg und der KSV Köllerbach gegenüber sowie der AC Heusweiler dem ASV Hüttigweiler. In diesen Begegnungen setzte sich jeweils der Favorit aus Pool B durch – Köllerbach mit 24:5 und Hüttigweiler mit 21:8. Damit kam es sowohl im Kampf um Platz 1 als auch um Rang drei zur Wiederholung aus der Vorrunde. Und dass im Ringen vielen möglich ist und kein Kampf wie der andere ist wurde im Folgenden eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im kleinen Finale setzte sich diesmal der AC Heusweiler durch, insbesondere Fynn Jochem und Christopher Klesen forcierten sich in diesem Kampf zu den Matchwinnern für den AC. Und auch das Finale um den Saarlandpokalsieger wird in dieser Art und Weise wohl eher selten wieder vorkommen: Der KSV Köllerbach konnte sich im Vergleich zum Vorrundenduell verbessern, konnte das Einzelmatch zwischen Igor Makuch und Kevin Titov dieses Mal für sich entscheiden und auch in zwei weiteren Duellen Punkte gutmachen. Dennoch zeigte auch Hüttigweiler erneut bärenstarke Leistungen, legte beispielsweise einen Schultersieg durch Achmad Dirki sowie einen technischen Überlegenheitssieg durch Denis Balaur aufs Punktekonto. Nach acht Begegnungen stand es somit 11:11 – und niemand wusste, wer jetzt eigentlich gewonnen hat. Die Rechnerei ging los und nach und nach wurden die vom DRB einschlägigen Wertungskriterien geprüft. Nach vielen Minuten der Wertungsberechnung gab es aufgrund immer wiederkehrender Gleichstände immer noch keine Klarheit. Doch dann kam es zum Happy End: Beide Teams schlugen vor, gemeinsam gewinnen zu wollen und sich den diesjährigen Titel zu teilen – ein Vorschlag, der beim Wettkampfbüro auf Zustimmung traf. Insbesondere, nachdem während der Einzelkämpfe teils hitzig und emotionsgeladen um jeden Punkt gefightet wurde, zeigte diese Geste wahre Größe und das Fairplay im gesamten Ringkampfsport.
Somit stehen sowohl der ASV Hüttigweiler als auch der KSV Köllerbach als erste Saarlandpokalsieger jemals fest – wir gratulieren beiden Teams für diesen Titel.
Ein großes Dankeschön geht aber an alle Mannschaften: Dafür, dass sie bereit waren, dieses neue Turnierformat mit solch großer Zustimmung umzusetzen und auch auf der Matte vollen Einsatz gezeigt haben. Danke an die vielen Zuschauer, denen wir aus unserer Sicht saarländisches Spitzenringen zeigen konnten, das Lust auf die Meisterschaftsrunde ab September macht. Und Danke an alle Organisatoren und Helfer, die im Hintergrund dafür gearbeitet haben, dass dieses Turnier zum Erfolg wird – insbesondere unseren Schiedsrichtern, ohne die sowieso kein einziges Turnier durchgeführt werden könnte.
Der Saarlandpokal hat Lust auf mehr gemacht. Wir freuen uns, für das kommende Jahr mit dem KSV St. Ingbert bereits einen Ausrichter gefunden zu haben und hoffen, dass wir auch 2027 unseren Ringern und Fans ein spannendes Format anbieten zu können.
Fotos: Iris Bauer & privat







